Homberg im Fokus

Stadt Homberg (Ohm)

Mit geordneten Finanzen der Krise trotzen

Veröffentlicht am 12.01.2021 in Stadtpolitik

Haushalt beschlossen - Stabilität und Planungssicherheit für Homberg

Dennoch werden uns Überraschungen nicht erspart bleiben, deshalb ist umsichtiges Ausgaben-Management auch innerhalb eines genehmigten Haushalts nötiger denn je.
Wir werden gewissermaßen „auf Sicht fahren müssen“, mit der Bereitschaft zu Lernen und neue Erkenntnisse anzunehmen.

Geld ist kein Allheilmittel gegen die Pandemie, dennoch sind gerade in Zeiten großer Unsicherheit geordnete Finanzen ein verlässlicher Pfeiler der Stabilität und bieten Orientierung. So wie im privaten Umfeld, so gilt dies auch für unsere Kommune. Homberg hat seit Anfang Januar – und damit so früh wie noch nie – einen mit großer Mehrheit beschlossenen Haushalt, der eine klare sozialdemokratische Handschrift trägt. Der beschlossene Haushalt gibt Planungssicherheit und eröffnet Handlungs- und Entscheidungsspielräume für unsere Kommune.

Im Einzelnen zeigt der Ergebnishaushalt:

  • Erträge von 15.841.793 €, stehen den
  • Aufwendungen von 17.333.731 € gegenüber, also ein
  • Fehlbetrag von 1.491.943 € aufweist.

Dies ist eine Verbesserung gegenüber dem Plan des Jahres 2020 um 652.513 €, die durch Steigerung der ordentlichen Erträge um 359.025 € bei gleichzeitig Reduzierung der Aufwendungen um 374.488 € erreicht werden konnte. Also Einnahme-Verbesserung bei gleichzeitig striktem Kosten-Management. Homberg verfügt über eine ausreichende Liquidität von ca. 3.7 Mio€, so dass das verbleibende Defizit mehr als gedeckt werden kann und kein Haushaltskonsolidierungskonzept für 2021 notwendig ist.

Zur Wirklichkeit gehört auch, dass die von uns zu leistende Kreisumlage mit 3.843.429 € fast in der gleichen Größe liegt wie unsere Einnahmen aus der Einkommenssteuer und die Schulumlage mit 1.924.348 € unsere Einnahmen aus der Gewerbesteuer für 2021 aufzehren wird.

Sehr positive Signale kommen über den Finanzhaushalt, hier planen wir 4.038.500 € für Investitionen, bei starken 1.506.377 € an Zuschüssen, die für eben diese Investitionen erreicht werden konnten. Große Investitionen - gerade in schweren Zeiten - sind ein klares Bekenntnis zu und für unsere Zukunft.

Die größten Posten bei den Investitionen sind u.a.:

  • Brücke Pletschmühle mit Kosten von 1.300 k€
  • Sanierung kommunaler Straßen (513 k€) in Appenrod, Büßfeld, Dannenrod, am Burghain, in der Wilhelmstrasse und in der Michelbach IV
  • Sicherung des Brandschutzes im Rahmen des Bedarfs- und Entwicklungsplanes mit 370 k€,
    • darunter ein Löschfahrzeug (180 k€),
    • ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W (95k€),
    • Atemschutzausrüstung (30 k€)
  • Ausweisung und Erschließung von Baugebieten und Baulücken-Erhebung
  • Energetische Sanierung der Stadthalle (260 k€)
  • Weitere Planung Radwanderweg Bahntrasse mit Ankauf von Grundstücken (140 k€)
  • Planung Anbindung Gewerbegebiet Roter Berg (30 k€)
  • Wasserversorgung Dannenrod (Tiefbrunnen, 70 k€)

Große Entlastung für die Anlieger bringt unser Beschluss auf Verzicht von Straßenbeiträgen im Falle einer grundhaften Sanierung. Auch nimmt dieser Beschluss teilweise jahrelange Unsicherheit von den Bürgerinnen und Bürger und reduziert das Risiko einer Überschuldung im privaten Bereich.

Mit dem Gewerbegebiet am Roten Berg wollen wir sowohl lokalen kleinen und mittleren Firmen als auch überregionalen Unternehmen ein Angebot machen wohnortnahe Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Wer seinem Arbeitsplatz ohne pendeln erreichen kann, der hat ein Mehr an Lebensqualität und erzeugt weniger Emissionen. Wohnortnahe Arbeitsplätze sind somit ein klarer Beitrag zum Klimaschutz und ein deutlichesSignal dafür, dass wir uns nachhaltig gegen einen demografischen Wandel durch Abwanderung junger Menschen und Familien aus unserer Region stemmen. Einer möglichenÜberalterung unserer Region treten wir auch mit der Sicherung der medizinischen Versorgung, der Pflege der Kitas, der Förderung der vielfältigen Vereinsstrukturen, dem Familienzentrum und bezahlbaren Bauplätzen entgegen.

Mit dem Haushalt 2021 bleiben wir eigenverantwortlich handlungsfähig und wir brauchen auch kein Sanierungskonzept. Dies sind sicher gute Botschaften in der gegenwärtigen Pandemie. Dennoch müssen wir uns klar darüber sein, dass die finanziellen Auswirkungen der Pandemie erst noch kommen werden, wir also am Anfang einer Periode mit bisher nicht gekannten und auch sicher noch nicht erkannten Risiken stehen. Verminderte Steuererträge erwarten wir nicht nur für 2021 sondern auch für die Folgejahre und haben diese Auswirkungen – so gut wir sie per heute einschätzen können - bereits in unsere mittelfristigeFinanzplanung bis einschließlich 2024 eingearbeitet.

Dennoch werden uns Überraschungen nicht erspart bleiben, deshalb ist umsichtiges Ausgaben-Management auch innerhalb eines genehmigten Haushalts nötiger denn je.
Wir werden gewissermaßen „auf Sicht fahren müssen“, mit der Bereitschaft zu Lernen und neue Erkenntnisse anzunehmen.

 

Weiterführende Infos:

  • https://www.haushaltssteuerung.de/lexikon-kreisumlage.html

 

Besucher:

Besucher:363953
Heute:10
Online:1